Marie Schmohel - entwendet aus dem Kleiderschrank

CIAO Ausstellungscontainer

Textilkunst hat die besondere Eigenschaft, dass man sie immer und überall im Alltag ausstellen kann. Ich bin meine eigene kleine Vernissage: im Supermarkt, in der Uni, wenn ich den Müll rausbringe.

Gleichzeitig ist die Arbeit, die hinter textilen Alltagsgegenständen steckt, oft by design unsichtbar: die nähende Person bleibt namenlos, Produktionsketten werden verschleiert, um das unzumutbare Leid darin von der Konsumentscheidung zu trennen. Selbst im Design versteckt sich die (Hand)Arbeit gerne: saubere Nähte, Garn in der Farbe des Stoffes, versteckte Schnittstellen.

Auch für Heimnäher*innen bleibt das Ideal die unsichtbare Hand; Selbstgemachtes soll nur selten auch wirklich selbstgemacht aussehen.

Mich interessiert eine Hand, die nicht zu übersehen ist. Die auch Fehler, Flicken und Aufbesserung laut und sichtbar durchführt und dabei auf die Objektbiografie des Kleidungsstückes hinweist. Wer es gemacht hat? Woher die Materialien kommen, was ihre Geschichte ist? Wie und warum es kaputt geht? Wo man es repariert hat?

Ich lade dich ein, einen Blick in meinen Kleiderschrank zu werfen und meiner textilen Kunst deine Fragen zu stellen.

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