Solitag Seenotrettung

Spedition

Sea-Eye und Sea-Watch laden Euch am 09.05.2026 ab 14:00 Uhr herzlich zu einem Soli-Tag in der Spedition ein.

Erlebt einen Tag voller Begegnungen, Perspektiven und Eindrücke: Euch erwartet ein vielfältiges Programm mit Workshops, Vorträgen, Lesungen, Kurzfilmen, Ausstellungen, Diskussionen und einer abschließenden Soliparty.
Gemeinsam wollen wir verstehen, einordnen und sichtbar machen, warum zivile Seenotrettung lebenswichtig ist.

In den Räumen der Spedition schaffen wir einen Raum für Austausch, Lernen und Solidarität und setzen gemeinsam ein Zeichen gegen das Sterben an Europas Grenzen.

PROGRAMM:
GANZTÄGIG: Siebdruck (Bringt eure Klamotten mit) | Fotoausstellung | Kurzfilme | Kinderschminken Infostände | Küfa
// AUSSTELLUNG

Fotoausstellung „Jedes Leben zählt“ Eine eindrückliche Ausstellung mit Fotos von mehreren Fotograf*innen, die in Zusammenarbeit mit Sea-Eye e.V. entstanden ist und die Flucht über das Mittelmeer, insbesondere mit Blick auf Frauen & FLINTA*, zeigt.
// MERCH- UND INFOSTÄNDE
zum Informieren, Entdecken und ins Gespräch kommen!
Neben den veranstaltenden NGOs Sea-Eye e.V. und Sea-Watch e.V., die sich ziviler Seenotrettung widmen, könnt ihr euch auf folgende befreundete Organisationen freuen:

Alarmphone
Das Watch the Med Alarm Phone ist ein Projekt, welches im Oktober 2014 von einem Aktivist_innen Netzwerk und zivilen Akteur_innen in Europa und Nordafrika ins Leben gerufen wurde. Das Projekt startete ein selbstorganisiertes Call-Center für Geflüchtete, die auf dem Mittelmeer in Seenot geraten.
Dabei wird von Seenot Betroffenen eine zweite Möglichkeit gegeben, ihren Hilferuf an die Küstenwachen zu tragen. In Echtzeit wird ein Fall dokumentiert und ggf. weitere Unterstützung mobilisiert. Auf diese Weise wird – soweit wie möglich – auf die jeweiligen Verantwortlichen Druck ausgeübt Menschenrechtsverletzungen wie Pushbacks zu verhindern.

Alarmphone bietet Siebdruck an. Bringt gern eure Klamotten zum bedrucken mit und kommt ins Gespräch!

ROSA e.V. – Rolling Safespace
ROSA e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, humanitäre Hilfe geschlechtersensibel zu denken und Safer Spaces für Frauen auf der Flucht bereitstellt. Seit 8. März 2022 befindet sich der Rolling Safespace auf der Halbinsel Attika in Griechenland, wo nördlich von Athen das gesamte Jahr über drei Geflüchtetenunterkünfte regelmäßig angefahren werden: Ritsona, Malakasa und Thiva. Im Oktober 2022 gründeten sich die ersten ROSA-Lokalgruppen in Deutschland, um auch hier aktiv für sichere Fluchtwege für alle Geschlechter einzustehen. Inzwischen gibt es bereits in neun deutschen Städten Lokalgruppen, die teilweise eigene Safer Spaces in ihren Städten etablieren – so auch in Bremen.

Sea Punks e.V.
Die Sea Punks sind ein ehrenamtliches Netzwerk solidarischer Menschen, die sich in der zivilen Seenotrettung und in der Unterstützung von Geflüchteten engagieren. Ihr Ziel ist es, Menschen zu helfen, die vor Krieg, Gewalt, Armut und Ausbeutung fliehen und dabei oft ihr Leben riskieren. Das Team vereint unterschiedliche Kompetenzen – von Handwerk über Soziales bis hin zu Medien und Recht – und organisiert sich deutschlandweit in gemeinschaftlicher, niedrigschwelliger Zusammenarbeit.

Seit September 2023 sind die Sea Punks mit ihrem Schiff „Sea Punk I“ im zentralen Mittelmeer im Einsatz, einer der tödlichsten Fluchtrouten weltweit. Dort beobachten sie die Lage und leisten im Notfall direkte Hilfe: Sie verteilen Rettungswesten, versorgen Menschen mit Wasser und Nahrung und stabilisieren Boote, um Leben zu retten. Ihr Einsatz versteht sich als konkrete humanitäre Unterstützung für Menschen auf der Flucht – insbesondere dort, wo staatliche Hilfe ausbleibt.

The Golden Shop – Büchertisch
independent book and record shop
Der Golden Shop wird Bücher der Lesungen und weitere Bücher rund um die Themen Flucht, Migration und Seenotrettung anbieten! Bringt dafür bei Interesse etwas Kleingeld mit!

// KURZFILME

„Seabird – Das zivile Auge“ ein Film von David Lohmueller und Simon Straetker, produziert von BFC.Film.

Das zentrale Mittelmeer: Ein Ort, wo Wut, Trauer und Erleichterung so nah beieinander liegen. Ein Ort, wo wir zuschauen müssen, wie Menschenrechte systematisch gebrochen werden. Genau dort fliegt Sea-Watch gemeinsam mit der Schweizer NGO “Humanitarian Pilots Initiative” (HPI) seit 2017, um die Menschenrechtsverletzungen durch die sogenannte libysche Küstenwache zu dokumentieren. Der Film “Seabird – Das zivile Auge” macht deutlich, dass die EU die Zusammenarbeit mit der sogenannten libyschen Küstenwache beenden muss und stattdessen für sichere Fluchtwege für alle schutzsuchenden Menschen einstehen sollte.
„Channel 16“ (presented in English)
a movie by Chiara Towne, a filmmaker and screenwriter based in Los Angeles. She has been documenting migration in the Mediterranean since 2017, most recently with her short Channel 16.

Like the marine radio frequency from which it takes its name, Channel 16 stitches together lives at sea from the perspectives both of the air and of the water. The latter vantage, to date, has been restricted to the covert operations of European authorities
The film unfolds over the course of two and a half days, following several individuals who flee Libya across the central Mediterranean to reach Italy. At its center stands Nadine, a woman whose pregnancy saves the lives of two hundred people. Nadine narrates her voyage in her own words, supported by footage of her rescue and the voices of the NGO pilots and captains who ran the rescue operations.
Until the deployment of the four-seater airplane Seabird, operated by the German search-and-rescue NGO Sea-Watch, this vantage point had been restricted to the covert operations of European authorities. The film was made with the intention of capturing the Mediterranean crossing with enough cinematic detail to illustrate its epic nature and make it accessible to the world. Channel 16’s multiple perspectives tell a story about the fluidity of borders, the presence of a higher power in the face of political power’s absence, and the indomitable force of new life.

// WORKSHOPS
14:00 Uhr: Flucht über das Mittelmeer
Ein interaktiver Einstieg in Fluchtursachen und die Gefahren der Mittelmeerroute.

16:00 Uhr Fleeing the Med: Legal Perspectives
Juristin Nina Markovic beleuchtet rechtliche Hürden für Geflüchtete und Europas Migrationspolitik.

17:00 Uhr Medical Attention at Sea Ein Medical Team berichtet über medizinische Versorgung von Geflüchteten in Seenot und herausfordernde Notfälle auf Rettungsschiffen.

// LESUNG

14:00 Uhr „Das Jasmin-Inferno“ & „Kein Land in Sicht“
Autor Imad Al Suliman liest aus Das Jasmin-Inferno. Was fühlen Menschen, die die Tragödien an Europas Außengrenzen hautnah erleben? Deren Familien zerbrechen, die ihre Heimat verlieren und täglich mit Schmerz, Enttäuschung und Ablehnung konfrontiert sind? In Das Jasmin-Inferno erzählt Imad al Suliman eindringlich von diesen Erfahrungen und gibt den Geschichten von Geflüchteten eine persönliche Stimme. Die Lesung eröffnet einen Raum, sich diesen Perspektiven anzunähern und über Flucht, Migration und Solidarität ins Gespräch zu kommen.

Aktivist Chris Grodotzki liest ausseinem Buch über zehn Jahre ziviler Seenotrettung. Was bedeutet es, zehn Jahre lang Menschen aus Seenot zu retten – zwischen Hoffnung, politischem Widerstand und fortdauernder Katastrophe? In Kein Land in Sicht blickt Chris Grodotzki als Aktivist der ersten Stunde auf die Geschichte der zivilen Seenotrettung im Mittelmeer zurück. Er verbindet persönliche Erfahrungen mit Geschichten von Flucht, Rettungseinsätzen und deren zunehmender Kriminalisierung. Dabei entsteht ein eindringliches Bild einer Bewegung zwischen Solidarität und politischen Grenzen – und der Frage, wie Menschlichkeit unter diesen Bedingungen bestehen kann.

// VORTRAG

16:00 Uhr: Not Just Ships: Die Airborne Crew berichtet Die Sea-Watch-Luftaufklärung gibt Einblicke in ihren Alltag und die Suche nach Booten in Seenot.

// PANEL

18:30 Uhr: Kein Land in Sicht? Perspektiven nach 11 Jahren ziviler Seenotrettung Mit Chris Grodotzki, Imad Al Suliman, Kai Echelmeyer und Marlene Stiller

Ein Aktivist, ein Autor mit Fluchterfahrung, ein Vorstand von Sea-Eye und eine Migrationsexpertin diskutieren:
Was haben die wir als NGOs erreicht?
Woran sind die NGOs gescheitert?
Wie kann das Sterben an Europas Grenzen in Zukunft verhindert werden?

Kommt vorbei und bringt Freund*innen mit.

Eine Veranstaltung der Bremer Lokalgruppen von Sea-Eye und Sea-Watch.

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